Richtige Bedeutungen der Kommandos - Privat und im Hundesport

am August 29, 2021

Hallo Ihr Lieben,

mir ist erst bewusst geworden, wie Kommandos eigentlich richtig auszuführen sind, nachdem ich mich mit dem Thema Hundesport näher befasst habe. Für mich wäre es durchaus einfacher gewesen, hätte ich das schon gewusst, bevor ich einen Welpen bekommen habe. Deswegen wollte ich meine Erfahrung heute mit euch teilen.  

Grundlegendes

Bevor ein Hund einzieht sollte man sich darüber Gedanken machen, wo man mit dem Hund hinmöchte. Soll es ein reiner Begleithund/Familienhund werden, von dem nicht viel verlangt wird, oder möchte man etwas tiefer in die Hundeerziehung eindringen und eventuell die Begleithundeprüfung oder Hundesport machen. Bei letzterem ist es von Vorteil, wenn von Anfang an die richtigen Kommandos genutzt werden, denn diese sind bei Prüfungen vorgeschrieben. Ansonsten ist die Wahl der Kommandos dem Besitzer überlassen. Denn die Wörter sind dem Hund völlig egal, ihr könnt auch „Baum“ rufen. Ein Hund versteht die Wörter und den Sinn dahinter nicht. Wenn man als Rückruf „bleib weg“ nimmt, kommt der Hund trotzdem. Die Wahl der Wörter ist also nur interessant, wenn man sportlich mit dem Hund arbeiten will. 

Kommando „SITZ“

Dieses Kommando ist meistens das erste, was man seinem Hund beibringt. Man kann natürlich auch mit anderen anfangen. Prinzipiell kann man bei diesem Kommando nicht viel falsch machen. Aber ich sehe immer wieder Hundeführer, die mit dem Zeigefinger vor Ihrem Hund stehen (inklusive mir). Bis mir aufgefallen ist, dass Marlie nur auf mein Handzeichen achtet und das Kommando „sitz“ eigentlich gar nicht kann. Gehen wir mal davon aus, wir möchten mit unserem Hund eine Sportart machen (natürlich erst wenn er alt genug ist). Dann sollte das Kommando „Sitz“ ohne Handzeichen aus jeder Situation heraus funktionieren. Wenn Ihr neben eurem Hund läuft, aus der Entfernung etc. Der Hund sollte sich genau in der Position in der er sich gerade befindet direkt hinsetzen, also schnell noch umdrehen oder zwei Schritte nach rechts machen sollte er nicht, denn in der Begleithundeprüfung ist es wichtig, dass der Hund gerade und parallel zum Hundeführer sitzt.  Das Kommando wird prinzipiell einmal gegeben. Es bringt keinem etwas, wenn man vor dem Hund steht und das Kommando hundertmal hintereinander sagt, und der Hund setzt sich trotzdem nicht hin. Ein Hund „fragt“ IMMER, ob er etwas wirklich tun muss. Und bei Wiederholen von Kommandos bekommt er die Bestätigung, dass er noch warten kann, bis es wirklich ernst wird.  Also wird das Kommando einmal gegeben, wird es vom Hund ignoriert, wird das Kommando nach paar Sekunden noch einmal wiederholt. Wichtig hierbei ist nicht panisch zu werden und dann das Kommando wild zu wiederholen. Immer ruhig bleiben und es lediglich ein zweites Mal wiederholen. Wenn der Hund das Kommando ausführt, heißt das für den Hund, dass er so lange sitzen bleiben muss, bis eine Auflösung vom Hundeführer kommt! Das wäre die korrekte Ausführung für das Kommando „SITZ“. Das Kommando "bleib" ist also nicht nötig und wird im Sport auch nicht genutzt, da jedes Kommando vom Hund so lange ausgeführt werden soll, bis ein neues gegeben wird oder man dem Hund mit einem Freigabekommando wieder erlaubt zu tun was er möchte. Das Schwierigste daran ist, dass der Hundeführer entweder die Auflösung vergisst oder der Meinung ist, dass der Hund zu früh zu lange sitzen bleiben muss, obwohl er es noch gar nicht kann und dann von selbst aufsteht. Dann wird das Kommando nicht mehr ernst genommen. Deswegen Kommando „Sitz“, loben und direkt wieder auflösen, solange bis dein Hund verstanden hat um was es geht, erst dann sollte man es in die Länge ziehen.

Kommando „PLATZ“

Bei diesem Kommando ist es ganz genauso wie beim Kommando „Sitz“. Deswegen gehe ich darauf nicht zu genau ein. Zu erwähnen ist, dass "Platz" ebenfalls auf den Punkt und gerade ausgeführt werden sollte. Es bedeutet auch nicht einfach irgendwie hinlegen, sondern die Hinterpfoten sollten unter dem Körper sein und die Vorderpfoten gerade ausgestreckt, der Blick immer aufmerksam zum Hundeführer. Daher sollte man, wenn man sportlich ambitioniert ist, Platz nicht nutzen wenn man will das der Hund entspannt längere Zeit irgendwo rumliegt, da er in Prüfungen aufmerksam auf das nächste Kommando warten und nicht einschlafen soll. 

 

 

 

 

 

 

Kommando „HIER“

Jeder Hundebesitzer kennt es. Man ist im Wald spazieren, der Hund soll kommen, was wird gerufen? HIER! Auch ich habe das gemacht, bis mir erklärt wurde, dass „HIER“ ein Kommando ist und sogar ein Teil der Begleithundeprüfung. Bei dem Kommando „HIER“ soll dein Hund sich gerade vor dich setzen (auch Vorsitz genannt), auch hier, egal aus welcher Situation. Wenn er gerade vor dir liegt, bedeutet das also er soll sich einfach nur hinsetzen, wenn er neben dir sitzt, soll er vor dich laufen und sich dort hinsetzen und wenn er weiter weg ist soll er zügig auf geradem Weg zu dir laufen und sich vor dich setzen. Der Vorsitz sollte gerade und so nah wie möglich am Hundeführer sein. Also entweder sollte man diesen Vorsitz beim Rückrufen auch immer einfordern, wenn man "hier" benutzt, oder sich für das einfache herkommen ohne sich vor dir hinzusetzen ein anderes Kommando überlegen, zum Beispiel: „Komm“ oder den Namen.  

Kommando „FUSS“

Es gibt zum einen die Leinenführigkeit und dann gibt es noch das Kommando Fuß. Leinenführigkeit bedeutet, dass dein Hund ruhig an lockerer Leine egal auf welcher Seite laufen kann. Bei der Leinenführigkeit darf dein Hund sein Geschäft erledigen und einfach die Welt erkunden. Leinenführigkeit ist kein Kommando, dass sollte einfach sitzen um den Spaziergang mit deinem Hund so angenehm wie möglich zu gestalten. Das Kommando Fuß ist viel tiefgründiger.

„Fuß“ heißt immer aufmerksam auf der linken Seite des Hundeführers bleiben. Man beginnt in der Regel mit der Grundposition, das bedeutet wenn du stehst soll dein Hund gerade neben dir sitzen und dich im besten Fall anschauen. Setzt man sich in Bewegung soll der Hund in deinem Tempo an deiner Seite laufen, am besten ebenfalls mit Blick zu dir. Und das egal ob du rennst, ganz langsam gehst oder enge Wendungen läufst. Bleibst du stehen sollte der Hund direkt wieder die Grundposition einnehmen. Man kann das Kommando so weit ausbauen, dass man auch rückwärts oder seitwärts laufen kann und der Hund die selben Bewegungen macht. Aber so tief möchte ich in diesem Beitrag nicht gehen, sondern nur erklären, was die Kommandos eigentlich bedeuten und wie man sie umsetzen sollte.

Ich hoffe ich konnte euch etwas helfen. Ich wäre froh gewesen, hätte ich das alles schon gewusst, bevor ich meinen Hund damals bekommen habe. Ein Kommando beizubringen ist durchaus einfacher, als den Hund umzugewöhnen.

 

Bleibt gesund, eure Laura

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