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Die richtige Haltung von Degus – Ernährung, Käfigmaße, Sozialverhalten

Hallo ihr Lieben! Interessierst du dich für die Haltung von Degus und überlegst, dir welche als Haustiere anzuschaffen? Dann bist du hier genau richtig! Ich fasse euch alles zusammen, was ihr vor der Anschaffung wissen solltet – denn Degus sind faszinierende Tiere, aber auch in der Haltung deutlich anspruchsvoller, als viele zunächst denken.

Allgemeines zu Degus

  • Stammen aus den Hochebenen Chiles und sind an trockene, warme Lebensräume gewöhnt
  • Sind tagaktiv, im Gegensatz zu vielen anderen Nagern – das macht sie für Halter besonders interessant, da man sie tagsüber gut beobachten kann
  • Sind ausgesprochene Rudeltiere und müssen unbedingt zu mindestens zwei, besser zu dritt oder mehr gehalten werden – einzelne Tiere entwickeln fast immer Verhaltensstörungen
  • Sollten in gleichgeschlechtlichen Gruppen leben, da sie sich sonst sehr schnell vermehren
  • Werden bei guter Haltung 6 bis 8 Jahre alt, manche auch deutlich älter
  • Sind sehr empfindlich gegenüber Zucker, da sie zu Diabetes neigen – das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt
  • Vertragen weder direkte Sonne noch Zugluft und sollten bei Temperaturen zwischen 18 und 22 °C gehalten werden
  • Brauchen einen ruhigen Standort, aber gleichzeitig Anschluss ans Familienleben

Der richtige Käfig

  • Sollte aus stabilem Metall bestehen, da Holz oder Kunststoff innerhalb kürzester Zeit durchgenagt werden – Degus sind extrem starke Nager
  • Sollte für ein Trio eine Grundfläche von mindestens 120 x 60 cm haben, besser deutlich mehr. Je mehr Tiere, desto größer der Käfig. Eine alte Faustregel: Es darf eigentlich gar nicht zu groß sein.
  • Sollte mehrere Etagen haben, damit die kletterfreudigen Tiere genug Bewegung bekommen
  • Sollte ausreichend hoch sein, da Degus gerne klettern und springen – mindestens 100 cm Höhe sind empfehlenswert
  • Volieren mit engmaschigem Gitter (max. 12 mm) eignen sich oft besser als klassische Nagerkäfige
  • Sollte nicht direkt am Fenster, in der prallen Sonne oder an einem zugigen Ort stehen
  • Glas-Terrarien sind nicht geeignet, da die Luftzirkulation zu schlecht ist

Einrichtung

  • Mehrere Schlafhäuschen aus stabilem Holz (mehr Häuschen als Tiere) – Degus brauchen Rückzugsmöglichkeiten
  • Etagen sollten aus Holz sein, nicht aus Gitter, da die feinen Pfoten sich verletzen können
  • Eine tiefe Buddelmöglichkeit mit Sand oder einer Sand-Erde-Mischung ist sehr wichtig – Degus lieben es zu graben
  • Eine Sandbadewanne mit Chinchillasand zur Fellpflege gehört unbedingt dazu (mehrmals die Woche anbieten)
  • Verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten wie Wurzeln, Korkröhren, Äste (z.B. von Apfel- oder Haselnussbaum), Steine und Brücken bieten Abwechslung
  • Ein großes Laufrad mit geschlossener Lauffläche und mindestens 30 cm Durchmesser – kleinere Räder verursachen Haltungsschäden
  • Mehrere Futter- und Wassernäpfe an verschiedenen Stellen verteilen, damit jedes Tier jederzeit Zugang hat
  • Heuraufen für die ständige Heuversorgung
  • Der Bodenbelag kann aus staubarmen Holzspänen, Hanfeinstreu oder einer Mischung mit Heu bestehen
  • Plastikteile haben im Degukäfig nichts zu suchen – sie werden zerkaut und können zu inneren Verletzungen führen

Ernährung

  • Heu sollte rund um die Uhr zur Verfügung stehen und ist die wichtigste Futtergrundlage
  • Spezielles Degufutter ohne Zuckerzusatz und ohne Trockenobst – die meisten gängigen Nagermischungen sind ungeeignet, da sie zu zuckerhaltig sind
  • Frisches Gemüse wie Möhren, Sellerie, Paprika (rot, ohne Strunk), Fenchel oder Salatsorten kann täglich in kleinen Mengen gegeben werden
  • Obst sollte aufgrund des Fruchtzuckers nur sehr selten und in kleinsten Mengen gegeben werden – im Idealfall gar nicht
  • Frische Kräuter wie Petersilie, Löwenzahn, Brennnessel oder Gänseblümchen sind ideal
  • Zweige zum Nagen (z.B. von ungespritzten Obstbäumen, Haselnuss oder Weide) sind wichtig für den Zahnabrieb
  • Auf KEINEN Fall geben: Honig, getrocknete Bananen, Rosinen, Yoghurtdrops, Müsliriegel, Brot oder andere zuckerhaltige Snacks. Auch viele „Nagerleckerlis" aus dem Handel sind ungeeignet.
  • Frisches Wasser muss immer verfügbar sein – idealerweise aus einer Trinkflasche und einem Napf parallel
  • Eiweißquellen wie Mehlwürmer brauchen Degus nur sehr selten und in winzigen Mengen

Passendes Heu, Einstreu, Näpfe und nagergerechtes Zubehör findest du in unserer Nager-Kollektion.

Sozialverhalten und Umgang

  • Degus sind sehr soziale Tiere und kommunizieren untereinander mit über einem Dutzend verschiedener Laute
  • Die Eingewöhnung in einen Haushalt dauert oft mehrere Wochen – am Anfang nur ruhig beobachten
  • Mit Geduld werden Degus oft handzahm und kommen sogar auf Zuruf
  • Sie sollten niemals am Schwanz hochgehoben werden – die Schwanzhaut kann sich abstreifen lassen (Schwanzabwurf als Schutzmechanismus), und der Schwanz wächst nicht nach
  • Auslauf außerhalb des Käfigs ist möglich, der Raum muss aber absolut nagersicher sein (Kabel, Pflanzen, kleine Spalten)
  • Kinder sollten Degus nur unter Aufsicht halten – sie sind keine reinen „Kuscheltiere" und reagieren mit Bissen, wenn sie sich bedrängt fühlen
  • Bei Neuvergesellschaftung muss schrittweise und langsam vorgegangen werden – Degus können sich auch nach Jahren noch ernsthaft streiten

Gesundheit

  • Diabetes ist die häufigste ernährungsbedingte Erkrankung bei Degus – Symptome wie vermehrtes Trinken oder trübe Augen (Grauer Star) sollten ernst genommen werden
  • Zahnprobleme sind ebenfalls häufig, da Degus Dauernager sind – ausreichend Nagematerial vorbeugend anbieten
  • Die Tiere haben einen empfindlichen Stoffwechsel und reagieren auf Futterumstellungen mit Durchfall – immer langsam umstellen
  • Atemwegsprobleme entstehen oft durch zu staubige Einstreu – auf staubarme Produkte achten
  • Bei Verhaltensänderungen, Apathie, struppigem Fell oder Gewichtsverlust sollte ein Tierarzt aufgesucht werden – idealerweise einer mit Erfahrung in Nagermedizin (nicht jeder Tierarzt kennt sich mit Degus aus)

Wichtig: Dieser Beitrag ersetzt keinen Tierarztbesuch! Bei gesundheitlichen Problemen oder Verdacht auf Diabetes solltest du immer einen Veterinär aufsuchen.

Wo bekommt man Degus?

  • Im Tierheim landen leider immer wieder Degus, die wegen Fehleinschätzung der Haltungsansprüche abgegeben werden – hier kann man Tieren ein neues Zuhause bieten
  • Es gibt einige seriöse Züchter, die auf gesunde Linien und artgerechte Aufzucht achten
  • Aus Privatabgaben bekommt man oft Degus mit Käfig – allerdings sollte man aufpassen, nicht auf Vermehrer hereinzufallen, die ohne Wissen über Genetik und Gesundheit züchten
  • Beim Besuch sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere sauber gehalten werden, in Gruppen leben, lebhaft wirken und keine Auffälligkeiten wie struppiges Fell oder trübe Augen zeigen
  • Vom Kauf im Zoohandel ist eher abzuraten, da Degus dort oft falsch gehalten und gemischtgeschlechtlich angeboten werden – Folge sind häufig schon trächtige Weibchen oder gestresste Tiere

Ich hoffe, der Beitrag konnte euch helfen, etwas über Degus zu lernen und zu entscheiden, ob sie als Haustiere für euch in Frage kommen. Wer sich auch für andere Nager interessiert, kann sich gerne unsere Beiträge zur Rattenhaltung oder zur Kaninchenhaltung anschauen. Alles Weitere rund um Kleintiere findet ihr in unserer Nager-Kollektion.

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